Biokohle

Was ist Biokohle (engl. biochar) eigentlich?

Biokohle entsteht durch die thermochemische Zersetzung organischer Stoffe unter Sauerstoffabschluss und Temperaturen von über 250°C.  Dieser Prozess wird als Pyrolyse bezeichnet und findet ebenso Anwendung in der Herstellung von Holzkohle. Im Unterschied zu dieser und anderen Kohlenstoff-Produkten wurde Biokohle jedoch für die Verwendung als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft und auch in breiterem Umweltmanagement entwickelt.

Bedeutung für den Klimawandel

Der durch Biokohle eingebrachte Kohlenstoff in landwirtschaftliche Böden bleibt für mehr als 1000 Jahre stabil. Das ursprünglich von Pflanzen assimilierte CO2 kann somit langfristig der Atmosphäre entzogen werden. Biokohle kann daher den negativen Emissionstechnologien (engl. negative emission technologies – NETs) zugeordnet werden.

TERRA PRETA (portugiesisch für „schwarze Erde“)

In den humiden Tropen sind generell stark verwitterte und nährstoffarme Böden anzutreffen. Die Einbringung von Holzkohle in die Bodenmatrix, gemeinsam mit organischen Abfällen, menschlichen Fäkalien, Dung, Tonscherben, Knochen und Fischgräten, führte jedoch bereits vor etwa 2000 Jahren zur Entstehung von humusreichen und fruchtbaren Böden in Zentral-Amazonien.

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