Projekt 2017

Forschen Sie mit!

Werden Sie Teil des Projekts, indem Sie auf Ihrem Balkon bzw. Garten einen „Topf-Versuch“ mit Biokohle und Bohnen durchführen. Ihre Daten liefern einen wichtigen Beitrag für die Ermittlung der Auswirkungen von Biokohle auf die Wassernutzungseffizienz in unterschiedlichen Böden Österreichs.

Hintergrund

Mehrere nationale und internationale Projekte haben die erstaunlichen Vorteile einer Biokohle-Einbringung in den Boden, deren Auswirkung auf den Ernteertrag und auf die hydrogeologischen und biogeochemischen Kreisläufe ermittelt. Diese Effekte waren besonders beeindruckend in tropischen degradierten Böden, wie sie gewöhnlich in Kenia, Uganda und Sri-Lanka zu finden sind.

Biokohle_Kenia

Aber auch in den gemäßigten österreichischen Anbausystemen konnten wir in Trockenjahren die Vorteile einer Einbringung von Biokohle in den Boden beobachten. Diese zeigten sich in einer Verbesserung der Wassernutzungseffizienz. Außerdem werden dabei beträchtliche Mengen an Kohlenstoff gebunden – und das möglicherweise für Jahrtausende!

Ziel des Projekts

In diesem Projekt wollen wir diese Hypothese testen und einen wissenschaftlichen Nachweis liefern, dass die Verwendung von Biokohle zu einer besseren Wassernutzungseffizienz in einer Vielzahl der österreichischen Böden führen könnte.

Wie wollen wir das testen?

Dazu brauchen wir Sie! Werden Sie ein Citizen Scientist und führen Sie einen kleinen „Topf-Versuch“ bei Ihnen zu Hause durch.

Genaue Informationen zur Teilnahme und Durchführung finden Sie hier.

Mit Hilfe Ihrer gesammelten Daten wollen wir testen, ob sich die Wassernutzungseffizienz der Bohnenpflanzen bei behandelten Töpfen (Beimischung von Biokohle in den Boden) von jener der Kontrolltöpfe (Boden ohne Biokohle) unterscheidet.

Information zur Methode

Pflanzen kontrollieren ihre Temperatur, CO2-Aufnahme und Wasserversorgung durch winzige Öffnungen an der Unterseite ihrer Blätter, welche Stomata genannt werden. Unter Wassermangel werden diese geschlossen, ansonsten geöffnet. Wir können Wasserstress in der Pflanze nachweisen, indem wir die Signaturen der natürlichen stabilen Isotope von Biokohle-behandelten Pflanzen mit denen von Kontrollpflanzen vergleichen.

Weitere Ziele

Wir wollen mit diesem Projekt auch die gewichtige Rolle, die der Boden und die Landwirtschaft für den globalen Klimawandel innehaben, einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln. Nur wenige GärtnerInnen sind sich wahrscheinlich bewusst, dass das „Carbon-gardening“, nämlich die Anwendung von Biokohle als Bodenzusatz, durch die langfristige Bindung des eingebrachten Kohlenstoffs in den landwirtschaftlichen Boden einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels liefern kann. Gleichzeitig kann durch „Carbon-gardening“ die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegen extreme Wetterereignisse, wie Trockenheit als Folge des Klimawandels, erhöht werden.

Generell wollen wir das Bewusstsein der Öffentlichkeit bezüglich tragfähiger Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels stärken und dazu motivieren, das eigene Verhalten „klimafreundlicher“ zu gestalten. Vor allem wollen wir den Bekanntheitsgrad von negativen Emissionstechnologien (engl. negative emission technologies – NETs), insbesondere die Anwendung von Biokohle als Bodenzusatz, steigern.

In diesem Zusammenhang wollen wir zeigen, dass basierend auf fundierten Ergebnissen, die Wissenschaft eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung der Risikofreiheit und für den menschlichen Nutzen dieser Technologien spielt.

Projektleitung

Rebecca Hood-Nowotny

Institut für Bodenforschung
Department für Wald- und Bodenwissenschaften
Universität für Bodenkultur Wien
Konrad-Lorenz-Straße 24 | 3430 Tulln

rebecca.hood@boku.ac.at

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Finanzierung

Das Projekt wird aus Mitteln des FWF finanziert.

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